Ein Fachartikel kann starke Daten und eine klare Idee haben und trotzdem abgelehnt werden, weil die Sprache im Weg steht. Gutachter lesen Hunderte Manuskripte, und unklare Sätze, uneinheitliche Begriffe oder kleine Fehler wirken nachlässig. Ein Korrektorat vor der Einreichung ist eine der günstigsten Möglichkeiten, die Chancen zu verbessern.
Dieser Beitrag erklärt, was Sie prüfen sollten, wann Hilfe sinnvoll ist und wie Sie mit einem Lektor zusammenarbeiten.
Korrektorat und Lektorat unterscheiden
Das Korrektorat behebt Oberflächenfehler wie Rechtschreibung, Zeichensetzung, Grammatik und Formatierung. Das Lektorat geht tiefer: Es verbessert Klarheit, Fluss und Aufbau und schlägt vor, einen Absatz zu verschieben oder einen verworrenen Satz umzuschreiben. Ein inhaltliches Lektorat prüft außerdem, ob die Argumentation vom Abstract bis zum Fazit trägt.
Entscheiden Sie vorab, welche Leistung Sie brauchen. Ein Manuskript mit komplexer Argumentation braucht zuerst ein Lektorat und danach ein Korrektorat.
Mit dem Aufbau beginnen
Prüfen Sie, ob Abstract, Einleitung, Methoden, Ergebnisse und Diskussion in der Reihenfolge stehen, die Ihre Zielzeitschrift erwartet. Jeder Abschnitt sollte eine klare Frage beantworten, und das Fazit muss zu den eingangs genannten Zielen passen.
Lesen Sie die Autorenrichtlinien der Zeitschrift zweimal. Viele Ablehnungen entstehen durch missachtete Wortgrenzen, Überschriftenformate oder Literaturangaben.
Klarheit auf Satzebene
Lange Sätze mit mehreren Nebensätzen verstecken die Hauptaussage. Streben Sie einen Gedanken pro Satz an und setzen Sie Subjekt und Verb früh. Ersetzen Sie unscharfe Wörter wie Sache, Aspekt und Problematik durch genaue Begriffe.
Achten Sie auf Passivkonstruktionen, die verdecken, wer was getan hat. Im Methodenteil ist das Passiv üblich, Ergebnisse und Diskussion lesen sich mit klaren Subjekten besser.
Einheitliche Begriffe und Zahlen
Wählen Sie für jedes Konzept einen Namen und behalten Sie ihn bei. Heißt ein Verfahren auf einer Seite Befragung und auf der nächsten Fragebogenerhebung, könnten Leser zwei Verfahren vermuten. Gleiches gilt für Abkürzungen: einmal erklären, einheitlich verwenden und in Tabellen und Abbildungen prüfen.
Auch Zahlen brauchen Sorgfalt. Einheiten, Dezimalzeichen und signifikante Stellen sollten einheitlich sein, und Werte im Text müssen mit denen in den Tabellen übereinstimmen.
Schreiben, wenn Deutsch nicht die Erstsprache ist
Viele Autoren schreiben auf Deutsch oder Englisch in einer Zweit- oder Drittsprache, und Gutachter wissen das. Nicht verzeihen sie Texte, die man nicht versteht. Ein erfahrener Lektor beseitigt holprige Formulierungen und bewahrt Ihre Aussage und Ihre Fachsprache. Ein professioneller Korrekturleseservice übernimmt die Sprache, damit Sie sich auf die Forschung konzentrieren können.
Übersetzen zwischen Deutsch und Englisch
Forscher, die zuerst auf Deutsch schreiben und dann übersetzen, übernehmen oft Strukturen, die im Englischen seltsam klingen, etwa lange Schachtelsätze, Nominalstil und wörtliche Übersetzungen von Redewendungen. Die Übersetzung für eine Veröffentlichung ist eine andere Fertigkeit als die Übersetzung für ein allgemeines Publikum und gelingt am besten mit einem Sprachexperten, der Ihr Fachgebiet kennt.
Medizinische und gesundheitswissenschaftliche Forschung
Medizinische Manuskripte brauchen besondere Vorsicht bei Wirkstoffnamen, Dosierungen, Abkürzungen und Patientenangaben. Warum diese Details zählen und wie sie geprüft werden, zeigt unser Beitrag zur präzisen Übersetzung von Arztbriefen und Befunden.
Abbildungen, Tabellen und Literatur
Prüfen Sie, ob jede Abbildung und Tabelle im Text zitiert, der Reihe nach nummeriert und mit einer klaren Beschriftung versehen ist. Kontrollieren Sie, dass jede Quelle im Text im Verzeichnis steht und umgekehrt. Orientierung zur guten wissenschaftlichen Praxis gibt die Deutsche Forschungsgemeinschaft.
Ethik und Offenlegung
Zeitschriften erwarten Angaben zu Finanzierung, Interessenkonflikten und Ethikvotum. Formulieren Sie sie klar und halten Sie sie mit den Methoden im Einklang. Fehlende Angaben verzögern die Begutachtung öfter, als Autoren erwarten.
Zusammenarbeit mit einem Lektor
Senden Sie die endgültige Fassung, den Namen der Zeitschrift und die Autorenrichtlinien. Erklären Sie, welche Teile am wichtigsten sind und welche Begriffe unverändert bleiben müssen. Bitten Sie um Änderungen im Überarbeitungsmodus, damit Sie jede Änderung sehen und entscheiden können.
Beantworten Sie Rückfragen schnell. Ein guter Lektor fragt nach, wenn ein Satz mehrere Bedeutungen haben kann, und Ihre Antwort schützt Ihre Absicht.
Anschreiben und Antworten an Gutachter
Das Anschreiben und die Antwort an die Gutachter verdienen dieselbe Sorgfalt wie der Artikel. Eine höfliche, genaue Antwort auf jeden Kommentar zeigt Respekt und kann aus einer größeren Überarbeitung eine Annahme machen.
Plagiat und Originalität
Die meisten Zeitschriften prüfen jede Einreichung auf Ähnlichkeiten. Zitieren Sie Quellen korrekt, paraphrasieren Sie sorgfältig und vermeiden Sie die Wiederverwendung eigener früherer Texte ohne Hinweis. Ein Lektor kann Stellen markieren, die veröffentlichten Arbeiten zu nahe kommen, damit Sie sie beheben, bevor es die Zeitschrift tut.
Datenmanagement und Rohdaten
Viele Zeitschriften verlangen Angaben dazu, wo Rohdaten und Auswertungsskripte zugänglich sind. Formulieren Sie diese Erklärung klar und prüfen Sie, dass Links funktionieren. Ein knapper Abschnitt zur Datenverfügbarkeit erspart Rückfragen der Redaktion.
Zeitplan
Planen Sie mindestens zwei Durchgänge ein: einen für die Sprache und einen für die Schlussprüfung nach Ihren Änderungen. Ein Korrektorat in letzter Minute vor der Frist lässt keinen Raum, das zu beheben, was der Lektor anmerkt.
Fazit
Gutes Schreiben hilft guter Forschung, ihre Leser zu erreichen. Planen Sie ein Korrektorat ein, befolgen Sie die Regeln der Zeitschrift, halten Sie Begriffe und Zahlen einheitlich und holen Sie Hilfe, wo Sprache eine Hürde ist. So geben Sie Gutachtern weniger Gründe zur Ablehnung.
